
Am Freitag noch bis zu 24 Grad am Oberrhein, am Sonntag kaum mehr als 10: Eine Kaltfront bringt dem ausgetrockneten Südwesten das ganze Wochenende über Regen. Zwischen Breisgau, Südschwarzwald und Westalb rechnen wir mit 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter. Das ist ein kräftiger Schluck für die Natur, aber nicht das Ende der Dürre.
Wo und wann der Regen fällt
In der Nacht zum Samstag ziehen von Westen dichte Wolken auf, danach setzt Regen ein. Er ist zeitweise kräftig und hält mancherorts viele Stunden an. Der Deutsche Wetterdienst kündigt in seinem Warnlagebericht für den Südwesten Dauerregen an. Am meisten fällt im Breisgau, im Südschwarzwald und bis hinüber zum oberen Neckar und zur Westalb: Von Samstagfrüh bis Sonntagabend sind dort örtlich 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter möglich. Der Samstag bleibt bei 12 bis 14 Grad grau, am Sonntag erreichen die Höchstwerte nur noch 6 bis 11 Grad. In der Nacht zum Sonntag kommen auf dem Feldberg starke bis stürmische Böen aus Osten auf.
Warum keine Hochwassergefahr besteht
Dramatisch wird es nicht. Viele Bäche und Flüsse im Süden führen so wenig Wasser, dass sie selbst 50 Liter ohne Probleme aufnehmen. Ende September lagen Dreisam und Neumagen nach Berichten der Badischen Zeitung auf weiten Strecken trocken, im Hochschwarzwald waren Quellen versiegt. Am Anfang kann der Regen auf dem steinharten Boden allerdings schlecht versickern. Er läuft dann oberflächlich ab, kleine Gewässer steigen kurz an und fallen danach schnell wieder. Auf Straßen sammelt sich Wasser in Senken, und nasses Laub verstopft Gullys. Wer im Südwesten unterwegs ist, sollte am Samstag also mehr Zeit einplanen.
Ein Anfang, aber keine Trendwende
Für die Grundwasservorräte ist der Regen nur ein erster Schritt. Nach Angaben des Niedrigwasser-Informationszentrums Baden-Württemberg ist der Grundwasserstand in der zweiten Septemberhälfte an 59 von 70 Messstellen weiter gesunken, das sind 84 Prozent. Bevor Wasser in die Tiefe sickert, müssen erst die ausgedörrten oberen Bodenschichten gesättigt sein. Wirklich auffüllen kann sich das Grundwasser erst über einen nassen Winter. Danach geht es mit dem trockenen Wetter weiter: Ab Montag setzt sich Hochdruck mit Nebel und Sonne bei 12 bis 17 Grad durch. Ab Mittwoch zieht von Südwesten wieder etwas Regen auf, kräftig wird er aber nach jetzigem Stand nicht.
Über den Autor
Dominik Jung
Diplom-Meteorologe
Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.