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Krisenübung zu Dürre und Hitze: Bund und Länder proben Notlage

· Dominik Jung
Krisenübung zu Dürre und Hitze: Bund und Länder proben Notlage

Draußen herrscht graues Novemberwetter mit Nebel und Nachtfrost, in den Krisenstäben dagegen bis zu 45 Grad: Von Mittwoch bis Freitag üben Bund, Länder, Hilfsorganisationen und Betreiber kritischer Infrastruktur bei der LÜKEX 26 eine Notlage durch Dürre und Hitze. Das Szenario ist erfunden, der Hintergrund aber nicht.

Fast 180 Organisationen im Stresstest

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) richtet die zehnte LÜKEX aus. Laut BBK sind fast 180 Organisationen eingebunden, knapp 100 davon üben aktiv mit. Angenommen werden eine mehrjährige Dürre mit historisch geringen Niederschlägen und danach eine wochenlange Hitzewelle. Durchgespielt werden die Folgen für Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft und Verkehr. In Niedersachsen geht das Szenario von fünf Dürrejahren und bis zu 45 Grad aus, dort arbeiten fünf Ministerien zusammen. „Eine Krise hält sich nicht an Zuständigkeitsgrenzen“, sagt Innenministerin Daniela Behrens. Erste Ergebnisse will das BBK im ersten Quartal 2027 vorlegen.

Der Sommer 2026 war die Generalprobe

Ganz aus der Luft gegriffen ist das Szenario nicht. Das BBK erinnert an die Hitzewelle im Juni, als die Temperaturen vielerorts tagelang bei 40 Grad lagen. Kliniken, Rettungsdienste und Pflegeheime kamen damals an ihre Belastungsgrenze, und Gemeinden warnten vor Wasserknappheit. Das niedersächsische Innenministerium nennt eine Schätzung des Robert Koch-Instituts von rund 16.000 hitzebedingten Sterbefällen in Deutschland in diesem Sommer. Hitze ist damit das tödlichste Wetterrisiko. Anders als Sturm oder Hochwasser kommt sie leise und wird deshalb leicht unterschätzt.

Real bleibt es ruhig, aber zu trocken

Akute Wettergefahren gibt es in den Übungstagen nicht. Der DWD sieht bis einschließlich Montag keine markanten Gefahren, nur Nebel, leichten Frost bis -1 Grad und auf den Gipfeln des Schwarzwalds Ostwindböen um 85 km/h. Bis zum Wochenende bleibt es bei Hochdruck weitgehend trocken, höchstens etwas Sprühregen fällt. Ab Montag wird es unbeständiger und milder, aus Westen zieht Regen auf. Ergiebig dürfte er nach unserer Einschätzung aber nicht ausfallen. Für die ausgetrockneten Böden und die niedrigen Flusspegel ist das nur ein Anfang, die Trockenheit wird der Regen kaum beenden.

Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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