
Pünktlich zu Allerheiligen bringt ein Höhentief aus Nordosten den Bergen Österreichs Schnee, regional bis unter 1000 Meter. Am selben Sonntag beginnt dort die situative Winterausrüstungspflicht. Wer am langen Wochenende mit dem Auto nach Tirol, Salzburg oder in die Steiermark fährt, sollte die Reifen prüfen. Ein großer Wintereinbruch ist es nicht, aber auf Pässen und in höheren Tälern kann es glatt werden.
Schnee in den Nordalpen, Glätte bis ins Vorland
Am Samstag zieht von Norden dichtere Bewölkung auf, oberhalb von etwa 1200 bis 1400 Metern fallen die ersten Flocken. Am Sonntag sinkt die Schneefallgrenze in den Nordalpen knapp unter 1000 Meter, regional liegt sie zwischen 800 und 1200 Metern. In der nördlichen Steiermark kann es bei Nordoststau sogar bis 700 Meter herab schneien. Am Montag schneit es im Süden und Osten Österreichs oberhalb von 800 bis 1200 Metern weiter. Auf deutscher Seite regnet es am Sonntag im Südosten zeitweise, in den Alpen schneit es oberhalb von etwa 1000 Metern. In der Nacht zum Montag gehen die Temperaturen auf 5 bis minus 2 Grad zurück. Brücken und schattige Nebenstraßen können dann örtlich glatt werden. Große Neuschneemengen erwarten wir nicht. Der DWD sieht in seiner Wochenvorhersage vom Freitag bis zum 4. November keine markanten Wettergefahren.
Was die Pflicht in Österreich genau verlangt
In Österreich gilt die Winterausrüstungspflicht vom 1. November bis 15. April situativ, also nur bei Schnee, Schneematsch oder Eis auf der Fahrbahn. Dann müssen Pkw und leichte Lkw bis 3,5 Tonnen auf allen Rädern Winterreifen haben. Nach Angaben des ÖAMTC sind das Reifen mit M+S-Kennung oder Schneeflockensymbol und mindestens 4 Millimetern Profil, der Club empfiehlt rund 6 Millimeter. Schneeketten auf Sommerreifen sind nur bei durchgehend verschneiter oder vereister Fahrbahn erlaubt. Für Lkw über 3,5 Tonnen und Busse gilt die Pflicht unabhängig vom Wetter, Ketten müssen mitgeführt werden. Laut ÖAMTC kostet ein Verstoß rund 100 Euro, bei Gefährdung anderer sind bis zu 10.000 Euro möglich. Nach einem Unfall droht ein Mitverschulden, die Haftpflichtversicherung kann bis zu 11.000 Euro zurückfordern.
Tipps für die Fahrt über die Grenze
Auch in Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. Seit Oktober 2024 reicht dafür nur noch ein Reifen mit Alpine-Symbol, die reine M+S-Kennung genügt nicht mehr. Wer am Wochenende über Fernpass, Felbertauern oder in höher gelegene Skiorte fährt, sollte den Reifenwechsel nicht verschieben. Ganzjahresreifen mit passender Kennzeichnung sind erlaubt. Am Sonntagabend und am Montagmorgen ist auf den Bergstraßen mit Schneematsch zu rechnen, in klaren Tälern mit überfrierender Nässe. Planen Sie deshalb mehr Zeit ein, halten Sie Abstand und nehmen Sie Eiskratzer und warme Kleidung mit. Kurz vor der Abfahrt lohnt ein Blick auf die Warnungen von GeoSphere Austria und des DWD.
Über den Autor
Dominik Jung
Diplom-Meteorologe
Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.