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Sturmflut an der Nordsee möglich: Hafenflächen könnten überfluten

· Dominik Jung
Sturmflut an der Nordsee möglich: Hafenflächen könnten überfluten

Kaum ist Sturmtief Luise durchgezogen, nimmt am Sonntag das nächste Sturmtief Kurs auf die Nordsee. Der Wind dreht auf West und drückt das Wasser gegen die Küste. Der Sturmflutwarndienst Niedersachsens erwartet für die Nacht zum Montag Wasserstände von rund 1,75 Metern über dem mittleren Hochwasser. Damit besteht die Gefahr einer leichten Sturmflut, und Strände, Vorländer und Hafenflächen können unter Wasser geraten.

Was die Pegelvorhersage zeigt

Der Sturmflutwarndienst des NLWKN hat seine Vorhersage am Freitagmorgen veröffentlicht (Stand 8:01 Uhr). Danach liegen die Wasserstände von Norderney bis Bremerhaven schon am Samstag- und am Sonntagmittag rund 75 Zentimeter über dem mittleren Tidehochwasser. Strände und Vorländer können dann bereits überflutet werden. Am höchsten steigt das Wasser beim Hochwasser in der Nacht zum Montag: Rund 1,75 Meter über dem Mittel sind vorhergesagt, auf Norderney gegen 23 Uhr, in Cuxhaven und Bremerhaven kurz vor 1 Uhr. Auch am Montagmittag sind es noch etwa 1,5 Meter. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie spricht ab 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser von einer Sturmflut. Seine Vorabinformation kündigt von Sonntag bis Montag auch im Weser- und Elbegebiet deutlich erhöhte Wasserstände an.

Erst Ostwind, dann Weststurm

Am Freitag und in der Nacht zum Samstag weht der Wind an der Küste aus Südost. Er schiebt das Wasser zunächst sogar hinaus, das Hochwasser fällt dort rund einen halben Meter niedriger aus als üblich. Am Sonntag zieht dann ein neues Sturmtief nördlich an Deutschland vorbei. Der Wind frischt aus Südwest auf und dreht später auf West. An der Nordsee erwarten wir schwere Sturmböen, auch in der Nacht zum Montag bleibt es an der See stürmisch. Erst am Dienstag lässt der Wind spürbar nach, die Nacht-Hochwasser liegen dann laut NLWKN kaum noch über dem Mittel. Wie hoch das Wasser am Ende genau steigt, hängt davon ab, wann und wie stark der Wind dreht. Schon wenige Stunden Verschiebung können einige Dezimeter ausmachen. Die nächste Aktualisierung kündigt der Warndienst für Samstag an.

Was das für Küstenbesucher bedeutet

Eine leichte Sturmflut ist für die Deiche kein Problem, sie gehört zum Herbst an der Küste dazu. Riskant wird es dort, wo Menschen sich vor den Deich wagen. Wer am Sonntagabend oder Montag an der Küste ist, sollte Autos nicht auf hafennahen Parkplätzen oder im Deichvorland abstellen und Molen, Buhnen und Strände bei auflaufendem Wasser meiden. Brecher und Sturmböen können Menschen von den Füßen holen. Bei schwerem Sturm können zudem Inselfähren und Schnellboote ausfallen. Reisende sollten die Hinweise ihrer Reederei verfolgen, gerade weil in Niedersachsen und Bremen die Herbstferien am Samstag enden. Der Samstag selbst wird an der Küste windig, ist aber nach unserer Vorhersage der ruhigere Tag des Wochenendes.

Über den Autor

Dominik Jung

Diplom-Meteorologe

Als Diplom-Meteorologe stehe ich seit 2002 für das Wetter-TV von wetter.net vor der Kamera. Täglich ordne ich die aktuelle Wetterlage ein, bewerte die Langfristmodelle und erkläre, was hinter Extremwetterlagen wirklich steckt. Über 16 Millionen Mal wurden meine Prognosevideos bisher abgerufen.

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